Rezensionsexemplar – Der freie Vogel fliegt – Review

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Vor einiger Zeit sind chinabooks.ch an mich herangetreten und haben mich gefragt ob ich nicht ein paar Manhua mir anschauen möchte. –Manhua  ist der chinesische Begriff für Comics und die meisten davon entstehen in Hongkong und Taiwan– Ich habe ein ordentlich Paket bekommen, an dieser Stelle erstmal großes Dankeschön. Unter anderem war auch die Serie „Der freie Vogel fliegt“ (Band 1 – 3 ) dabei, über die ich euch heute etwas erzählen möchte.

Story

China, Ende der Neunziger Jahre: Die Schülerin Lin Xiaolu geht auf die Mittelschule – entspricht bei uns die Oberstufe, also das Alter von 16 – 17 Jahre – für künstlerisch begabte Kinder in Chengdu (Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas). Durch familiäre und gesellschaftlich Gründe in der Vergangenheit ist Xiaolu eher eine Außenseiterin. Sie hat keine Freunde und meidet den sozialen Kontakt und flüchtet sich in ihre Tagträume und das Zeichnen.

Während andere Schüler den enormen Druck mit schwänzen aus dem Weg gehen, geht sie auf Phantasiereisen. Bis zu jenem Tag als sie einen Jungen sieht der ein wunderschönes Bild auf eine Hauswand malt. Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Der Junge ist eine Klasse höher als sie und so muss sich Lin Xiaolu ganz vorsichtig in sein Leben schleichen. Doch dies erweist sich als nicht gerade einfach. Dazu kommt noch das sie sich mit Mitschülern auseinander setzten muss. Nicht leicht für die doch zurückhaltende Lin Xiaolu.

Infos

So weit ich weis und gelesen habe gehören Jidi und Ageng in China zu den wichtigsten Comic-Künstlerinnen ihrer Generation. In dieser Reihe ist Jidi die Szenaristin und von Ageng stammen die Zeichnungen. Die Reihe hat in China, Japan und Korea die wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Comic/Graphic Novel erhalten. Insgesamt umfasst die Serie 6 Bände. Anfang nächsten Jahres erscheint dann hier der letzte Band. Die Geschichte von Lin Xiaolu basiert auf den gleichnamigen Jugendroman von Jidi und hat sie ihre Mutter gewidmet, welche viel zu früh verstarb.

Fazit:

Der freie Vogel fliegt orientiert sich etwas an den japanischen Shojo-Mangas finde ich, hat aber einen ganz anderen und schönen Wiedererkennung Wert. Die autobiografische Geschichte von Lin Xiaolu ist sehr atmosphärisch und detailreich gezeichnet. Dazu kommt das jede Seite in Farbe ist.

Alles wurde gut in Szene gesetzt; die Probleme von Lin Xiaolu mit der ersten Liebe, Schulstress, familiäre Konflikte und Katastrophen. Eine sehr wirkungsvolle Dramatik und wirklich liebenswert erzählt. Man kann sich gut in Lin Xiaolu hineinversetzen.

Eine Besonderheit hier noch ist das der Manhua zweisprachig ist. Zwar kann ich kein Chinesisch aber ich muss sagen es ist eine interessanten Idee, allerdings wirkt die deutsche Formulierung oft etwas plump. Gerade wenn Xiaolu ihre Gefühlswelt beschreibt. Ob das auch im Original so ist kann ich leider nicht sagen.
Was mich allerdings ab und an etwas gestört hat, war die deutsche Typografie. Oft war es an manchen Stellen echt schwer etwas zu lesen, denn schwarze Buchstaben auf dunkelblauen Hintergrund kommt nicht so gut.

Ich freu mich dennoch auf die Fortsetzung. Es ist eine interessante und herzliche Geschichte mit schönen Zeichnungen. Der Preis könne einem allerdings anfangs etwas abschrecken. Ich meine mit 24,90 EUR ist das nicht gerade billig. Trotzdem eine Kaufempfehlung wert.

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